Beitrag aus DER WESTPREUSSE Nr. 04 – April-Ausgabe v. 05.04.2008:

10 Jahre Leiter des WLM
Amtsjubiläum Dr. Lothar Hyss
 


Am 1. April 1998 übernahm Dr. Lothar Hyss die Leitung unseres Westpreußischen Landesmuseums in Münster-Wolbeck aus den Händen des Gründers und langjährigen Leiters Hans-Jürgen Schuch, der sich nun als Museums-Direktor i. R. anderen Schwerpunkten landsmannschaftlicher Arbeit zuwandte.

Polnischer-Botschafter

Der polnische Botschafter Andrzej Byrt (2.v.r) zu Besuch im
Westpreußischen Landesmuseum, begleitet von Bezirksbürgermeister
Markus Lewe (l.). Museumsdirektor Lothar Hyss (r.) führte ihn durch
die Ausstellung (2005).
Foto: Th. Hölscher

Aus Schlesien stammend, mit polnischem und deutschem Abitur in Bonn studierend, begann Hyss nach seiner Promotion (ebenfalls in Bonn) seine Laufbahn im schlesischen Museum in Königswinter, wo er Gelegenheit hatte, sich in die ostdeutsche Kulturszene einzuarbeiten, bis er von der Kulturstiftung Westpreußen – damals noch Erik-von-Witzleben-Stiftung – beauftragt wurde, die Leitung ihres Westpreußen-Museums zu übernehmen.

Diese vergangenen 10 Jahre brachten für den Museumsdirektor als auch für die Kulturstiftung Westpreußen Höhen und Tiefen, Erfolge und politisch bedingte Enttäuschungen, die den Standort Münster infrage stellten und existenzbedrohend waren.
Nun, Anfang 2008, führten sie zu der Entscheidung, das Museum am bisherigen Standort Drostenhof zu Münster-Wolbeck zu modernisieren und für die Zukunftsaufgaben auszurüsten.

In diese vergangenen zehn Jahre fällt auch die Gründung der bisher einzigen Außenstelle eines deutschen Museums in Polen, in Krockow in der Nähe von Danzig, sowie die Schaffung eines grenzüberschreitenden Netzwerkes mit polnischen Museen, u.a. in Danzig, Graudenz und Marienburg, weiterhin der gegenseitige Austausch wertvollen Kulturgutes oder auch der Austausch kompletter Ausstellungen sowohl mit kulturellen als auch historischen Themen

Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurde und wird verstärkt durch die Kulturreferentin für Westpreußen, die seit einiger Zeit am Museum angesiedelt ist. Aber auch deren Kontakte im westfälischen Raum mit Kindergärten, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen machen das Museum bekannt und beliebt. Die ständig wachsenden Besucherzahlen in Münster sind Zeugnis für das stete Interesse an unserem Museum; hinzu kommt, dass sich durch die Gründung – mit Dr. Hyss als Gründungsmitglied – eines Förderkreises Drostenhof im münsterschen Stadtteil Wolbeck ein lokales kulturelles Zentrum der Bürger von Wolbeck gebildet hat, der sich steigender Mitgliedszahlen erfreut und großen Anklang findet, und der einen Schwerpunkt auf Veranstaltungen im Westpreußischen Landesmuseum legt.

Wir wünschen Herrn Dr. Hyss und seinen Mitarbeitern für die nun anstehende „Erneuerungs- und Modernisierungsphase“ in unserem Museum viel Erfolg bei der Findung, Durchsetzung und Leitung eines zukunftssicheren Museumskonzeptes zum Wohle des Westpreußischen Landesmuseums. Damit dient das Museum der Erhaltung der Erinnerung in der Bevölkerung Deutschlands und Polens heute und morgen an mehr als über 700 Jahre deutscher Kulturarbeit mit Menschen aus allen Regionen des Reiches in Westpreußen, dem Land am Unterlauf der Weichsel.

CN