Der Westpreuße Unser Danzig

Beitrag aus DER WESTPREUSSE Nr. 6 – Juni - Ausgabe v. 06.06.2009

60 Jahre Landsmannschaft Westpreußen
- Entschließung -

 


Wir Westpreußen blicken zurück auf 60 Jahre des Bestehens unserer Landsmannschaft, auf 60 Jahre Einsatz und Arbeit für Westpreußen. Wir danken den vielen Persönlichkeiten aus unseren Reihen, die ehrenamtlich in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten die landsmannschaftliche Arbeit geleistet und gestaltet haben. Ihre Verdienste um die Heimat, um Westpreußen  bleiben anerkannt und wirken fort. Wir werden wegen des generationsbedingten Rückgangs in den eigenen Reihen und  der nunmehr gewandelten Bedingungen für landsmannschaftliche Arbeit die Organisationsstruktur unserer Landsmannschaft verändern müssen. Ziel wird es jedoch bleiben, die seit 1949 erfolgreich geleistete landsmannschaftliche Arbeit auch in Zukunft weiterzuführen.

Wir Westpreußen begrüßen die Weiterentwicklung der europäischen Integration, die mit der Osterweiterung der Europäischen Union auch unser Heimatgebiet einschließt und die einst trennenden Grenzen aufhebt. Wir werden daran festhalten, unseren Beitrag zur Verständigung mit unserem Nachbarn Polen auf dem Boden der geschichtlichen Wahrheit zu leisten. In diesen Prozess des Miteinanders und der Verständigung werden wir weiterhin unsere Landsleute in den Vereinigungen der Deutschen Minderheit im Heimatgebiet einbeziehen. Wir werden auch in Zukunft an ihrer Seite stehen.

Wir Westpreußen werden das Kulturerbe Westpreußens als Bestandteil der gesamtdeutschen und der europäischen Kulturgeschichte auch künftig wahren und dazu beitragen, es an die jüngeren Generationen weiterzuvermitteln. Westpreußen mit seinem kulturgeschichtlichen Vermächtnis bleibt für uns auch im 21. Jahrhundert Aufgabe und Verpflichtung. Wir richten unseren Blick in die Zukunft und werden die Arbeit für Westpreußen fortsetzen, damit seine über 700 Jahre währende deutsche Geschichte und Kultur auf  Dauer bewahrt werden können.

Wir Westpreußen erwarten, dass der  Bund und  die Länder der  Gesetzesverpflichtung nach  § 96 des Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetzes uneingeschränkt nachkommen und, wie es in diesem Gesetz heißt, das Kulturgut der Vertreibungsgebiete im Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes erhalten und fördern. Wir bedauern die teilweise restriktive Förderpolitik der letzten Jahre, die zu einer Einschränkung der landsmannschaftlichen Kulturarbeit und mittlerweile auch zu einer Existenzgefährdung des von unserer Kulturstiftung Westpreußen getragenen Westpreußischen Landesmuseums geführt hat. Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, die gesamtstaatliche Verpflichtung zur Förderung der ostdeutschen Kultur und ihrer Institutionen nach besten Kräften zu erfüllen – wir Westpreußen können diese zentrale Aufgabe nicht allein ohne ausreichende staatliche Unterstützung leisten.

Wir Westpreußen begrüßen das vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetz, mit der Stiftung „Flucht–Vertreibung–Versöhnung“ in Berlin ein Dokumentations-Zentrum gegen Vertreibungen und eine Stätte der Erinnerung an das Schicksal der Millionen Heimatvertriebenen in Europa und in der Welt zu errichten. Flucht und Rückkehrverweigerung, Vertreibung und Heimatverlust, Neubeginn und Integration haben das Leben der Menschen aus dem Deutschen Osten und ihrer Nachfahren geprägt. Wir Westpreußen bekräftigen das in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 verkündete Bekenntnis zu Europa. Der Heimat, dem Land unserer Vorfahren an der unteren Weichsel, bleiben wir eng verbunden.

Münster, 4. April 2009

Siegfried Sieg
Bundesvorsitzende

Hans-Jürgen Schuch           
Stellv. Bundesvorsitzender

Hans-Jürgen Kämpfert                            
Stellv. Bundesvorsitzender