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Kabinettausstellung
“Hugo Conwentz (1855-1922) und die Anfänge des Naturschutzes in Preußen
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Hans-Jürgen Kämpfert bei der Eröffnung der Conwentz-Ausstellung am 8. November 2006 in Münster-Wolbeck. Im Hintergrund ein Porträtfoto von Hugo Conwentz. Foto: Andreas Hasenkamp
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Am 8. November 2006 wurde im Westpreußischen Landesmuseum in Münster-Wolbeck eine neue Kabinettausstellung eröffnet. Anlass hierfür ist die Einrichtung der “Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen” in Danzig vor genau einhundert Jahren. Wenngleich sich die Zielsetzungen der damals handelnden Personen in Bezug auf den Naturschutz von denen der heute tätigen Institutionen wesentlich unterschieden, darf die Einrichtung der “Zentralstelle” – die vier Jahre nach ihrer Gründung nach Berlin umzog – doch als der Beginn des staatlichen Naturschutzes in Preußen und Deutschland angesehen werden.
Aufs engste verknüpft mit dieser frühen Entwicklung ist der Name von Hugo Wilhelm Conwentz, dem aus Danzig stammenden Direktor des Westpreußischen Provinzialmuseums, der der erste Leiter der “Zentralstelle” wurde. 1855 in St. Albrecht unweit von Danzig geboren
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Das Grüne Tor in Danzig, Sitz des Westpreußischen Provinzialmuseums 1880-1945. Foto: Westpreußisches Landesmuseum
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, dann in unmittelbarer Nähe zur Mottlau aufgewachse n, interessierte sich der junge Conwentz schon früh für naturwissenschaftliche Phänomene. Es ist seinen Lehrern zu verdanken, dass sie diese Begabung erkannten und förderten. Nach dem Abitur studierte Conwentz Naturwissenschaften in Göttingen und Breslau. Als 1880 in den Räumen des Grünen Tors in Danzig das Westpreußische Provinzialmuseum eröffnet wurde, wurde Hugo Conwentz sein erster Direktor und blieb es bis 1910, als er gemeinsam mit der “Zentralstelle für Naturdenkmalpflege” nach Berlin umzog. Aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse war er 1906 der ideale Kandidat gewesen, als es darum ging, einen Leiter für die neu zu gründende “Zentralstelle für Naturdenkmalpflege” zu bestimmen.
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Die 1000jährige Eiche in Cadinen, ein Naturdenkmal. Foto aus: Das Westpreußische Provinzial-Museum 1880-1905, Danzig 1905.
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Anhand von Originaldokumenten aus dem persönlichen Nachlass von Hugo Conwentz, Fotos, Büchern und Karten vermittelt die Ausstellung im Westpreußischen Landesmuseum einen Überblick über die umfangreiche Tätigkeit des Naturwissenschaftlers. Auf seinen Vortragsreisen, die ihn hunderte Male durch die Provinz Westpreußen aber auch in andere Teile des Königreichs Preußen und nach ganz Europa führten, warb Conwentz leidenschaftlich für den Erhalt von Naturdenkmälern und Naturschönheiten insgesamt. In akribischer Weise versuchte er so viele Informationen wie möglich über den Zustand und die durch Menschenhand verursachten Veränderungen der Natur zu beschaffen und regte Schutzmaßnahmen bzw. Korrekturen an. Von welch grundlegender Bedeutung diese Arbeiten waren wird auch daran deutlich, dass der “Bundesverband Beruflicher Naturschutz e. V.” noch heute regelmäßig die Conwentz-Medaille verleiht – hierdurch werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich im berufsständischen und fachlichen Einsatz für Naturschutz und Landschaftspflege und in der Weiterentwicklung ihrer Inhalte besonders verdient gemacht haben. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung hielt der Vorsitzende der Kulturstiftung Westpreußen, Oberstudiendirektor i. R. Hans-Jürgen Kämpfert, einen interessanten Vortrag über Hugo Conwentz und den frühen Naturschutz. Herr Kämpfert trug durch eigene Leihgaben auch maßgeblich dazu bei, dass die Kabinettausstellung zustande kam. Daneben ist zahlreichen weiteren Leihgebern zu danken, für die stellvertretend hier nur die Staatsbibliothek zu Berlin und die Universitäts- und Landesbibliothek Münster genannt werden sollen.
Martin Steinkühler
Das Westpreußische Landesmuseum in Münster ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen durch die Ausstellung können telefonisch unter 02506/810120 vereinbart werden
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