Westpreußen-Jahrbuch 2015

Cover WPJB 2014

 

Der 65. Band des Westpreußen-Jahrbuches liegt vor. Wie in den Vorjahren enthält er wieder neun Beiträge zur Geschichte und Kultur im weitesten Sinne über das Land an der unteren Weichsel. 16 Farbtafeln im Anhang und 22 schwarz/weiß Abbildungen im Text sollen nicht nur die Aufsätze illustrieren und anschaulich machen, sondern auch das Wesen und die Schönheit der alten preußischen Provinz und ihr früheres und heutiges Aussehen darstellen und dokumentieren. In historischer Reihenfolge werden die folgenden Themen bearbeitet:

Tilman Asmus Fischer sieht die „Vorzeichen der Säkularisation von 1525“ schon auf den Münzen des Deutschen Ordens dargestellt. Er untersucht ausgewählte Münzen exemplarisch zur Begründung dieser seiner These und kommt zu der Überzeugung, dass sich mit der Zeit ein dynastisch-landesherrliches Selbstverständnis der Hochmeister in Preußen ausgeprägt hat, und auch die Herrschaftsrepräsentation auf den Münzen bis hin zu Albrecht von Brandenburg immer stärker hervortritt.

Den 300. Todestag des Danziger Naturforschers, Arztes, Philosophen und lateinischen Dichters Israel Conradi nimmt Hans-Jürgen Kämpfert zum Anlaß, einen kurzen Abriß über Leben und Wirken dieses fortschrittlichen Wissenschaftlers zu geben, dessen größtes Verdienst aus heutiger Sicht sein Bemühen war, schon im Jahre 1670 eine naturforschende Gesellschaft in Danzig zu begründen.

Johann Josua Kettler musste seine Geburtsstadt Elbing unter wenig ehrenhaften Umständen verlassen und trat in die Dienste der „Vereinigten Ostindischen Kompanie der Niederlande“ ein, wo er um 1700 schließlich leitende Funktionen übernahm. Sein abenteuerliches und arbeitsreiches Leben in Ostindien, das dennoch an die  Heimatstadt Kettlers gebunden blieb, schildert anschaulich und ausführlich Hans-Jürgen Klein.

Dr. Wolfgang Lippky berichtet über den „Marienburger Gottfried Ostermeyer als Pfarrer in Trempen und seine Brandenburger Patrone“ aus der Familie von Görne mit Sitz in Plaue. Seine besondere Leistung ist die Kirchenchronik von 1793 des Kirchspiels Trempen bei Heydekrug in Ostpreußen, in dem er mehrere Jahrzehnte bis an sein Lebensende tätig gewesen ist.

Hans Joachim Borchert untersucht 14 Bühnenwerke (unter den Autoren sind Joseph von Eichendorff, Max Halbe, August von Kotzebue, Ludwig Passarge und Siegfried Wagner) aus unterschiedlichen Zeiten hinsichtlich ihrer Geschichtstreue bezogen auf die Schlacht von Tannenberg im Jahre 1410. Heinrich von Plauen, der Hochmeister des Deutschen Ordens, und Polens König Wladislaw Jagiello erfahren dabei besondere Charakterisierungen.

„Pittoreskes an der Marienburg“ ist der Beitrag von Dr. Rainer Zacharias überschrieben, der an ausgewählten Darstellungen der Marienburg aus dem 19. Jahrhundert eingehend beschreibt, in welcher Weise Künstler auf ihren Gemälden, Holzschnitten und Stahlstichen –später auch auf Postkarten und Photographien - durch malerische Zusätze die Abbildungen der Burg mit Atmosphäre ausgestattet haben.

Die wenig bekannten Ereignisse zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Ost- und Westpreußen stellt Dr. Peter Letkemann unter dem Titel „Krieg, Flüchtlinge und ‚freie Liebestätigkeit’“ dar. Auch wenn Westpreußen durch direkte Kriegshandlungen nur wenig betroffen war, wurde es durch die starken Flüchtlingswellen aus Ostpreußen doch vor große Probleme gestellt, deren Lösung nicht immer leicht war.

Ab 1910 hat es auf dem Flughafen Danzig-Langfuhr Flugbetrieb gegeben. Die ersten Fluglinien der Freien Stadt Danzig hinsichtlich ihrer Transportleistungen bei Personen, Post und Fracht behandelt Dr. Maciej Bakun in seinem Beitrag „Mit dem Flugzeug von Danzig nach Europa“. Die besonderen politischen Bedingungen in der Freien Stadt Danzig und die Auswirkungen der damaligen Aktivitäten auf die heutige Zeit finden im Beitrag Berücksichtigung.

Der Titel des letzten Beitrages „Der Mauerbau – Danzig und sein Nationalfeiertag“ wirkt auf den ersten Blick unverständlich oder provokant. Doch Prof. Dr. Stefan Samerski stellt den Zusammenhang her, in dem er die Suche der Danziger politischen Gremien der Zwischenkriegszeit nach einem geeigneten und keinen Widerspruch hervorrufenden Nationalfeiertag begründet und beschreibt.

Der Band wird vervollständigt durch je ein Gedicht von Wolfgang Federau und Gisela Brauer, durch ein Geleitwort des Vorsitzenden der Landsmannschaft Westpreußen Ulrich Bonk, durch Kurzbiographien der Verfasser und Erläuterungen zu den Farbtafeln. Interessante Ereignisse, unbekannte Details und überraschende Zusammenhänge über das Land an der unteren Weichsel werden den Leser auch in diesem Jahr wieder erfreuen.

Hans-Jürgen Kämpfert

Westpreußen-Jahrbuch. Aus dem Land an der unteren Weichsel. Band 65. Hg. v. Hans-Jürgen Kämpfert u. a.,
Münster (Westpreußen-Verlag) 2015. 152 S., 16 Farbtafeln, broschiert, ISBN 978-3-9812143-9-0, Preis: 16,50 Euro
(+ Porto u. Verpackung).

Zu beziehen durch: Landsmannschaft Westpreußen, Mühlendamm 1, 48167 Münster-Wolbeck, Ruf: 02506 / 30 57 50,
Fax: 02506 / 30 57 61, E-Mail: Landsmannschaft-westpreussen@t-online.de

 

 

(HINWEIS: Die Mitglieder der Copernicus-Vereinigung haben das
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