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Westpreußen-Kongress 2007
Beziehungen zwischen Westfalen und Westpreußen
Den besonderen Beziehungen Westpreußens zu seinem Patenland Westfalen ging der diesjährige Westpreußen-Kongress in seinen Vorträgen und Arbeitsgruppen nach. Er wurde nicht nur aus den Mitteln der Landsmannschaft Westpreußen finanziert, sondern auch durch das Bundesministerium des Innern, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (über die Kulturreferentin für Westpreußen am Westpreußischen Landesmuseum) und die Stiftung Nordostdeutsches Kulturwerk.
Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen Siegfried Sieg begrüßte die Teilnehmer und übergab nach der Auszeichnung verdienter Mitarbeiter der Landsmannschaft an Bundeskulturreferent Reinhard M.W. Hanke, der den Westpreußen-Kongress 2007 leitete.
Westfalen und Westpreußen
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Teilnehmer des Westpreußen-Kongresses 2007 im Plenarsaal des Landeshauses zu Münster, am Rednerpult Hans-Jürgen Schuch, Stellv. Bundesvorsitzender der LMW.
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Stellvertretender Bundesvorsitzender Hans-Jürgen Schuch hielt den ersten Vortrag des Kongresses, der gleichzeitig der öffentliche Vortrag der Copernicus-Vereinigung zu ihrer Mitgliederversammlung war. „Westfalen und Westpreußen. Von den Wurzeln im Mittelalter zur Patenschaft in der Gegenwart“ lautete sein Thema, das einen ersten Überblick über die vielfältigen Beziehungen der beiden Regionen im Laufe von Jahrhunderten geben sollte.
Schuch erläuterte zunächst die Forschungslage, die sich schwierig gestaltet, weil es eine umfassende Untersuchung zu diesem Thema bisher nicht gegeben hat, sondern nur einige wenige Aspekte untersucht worden sind. Erschwerend kam hinzu, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Quellen kaum zugänglich waren, viele Archive waren im Krieg zerstört worden, andere Quellen, in Polen oder der Sowjetunion, waren bis in die 1990er Jahre nicht zu benutzen.
Frühere Untersuchungen zum Thema seien eher im größeren Rahmen, z.B. der Ostsiedlung, vorgenommen worden, führte Schuch aus. Er nannte als Beispiele u.a. die Arbeit von Prof. Dr. Friedrich von Klocke, die 1940 in Münster vorgestellt wurde, „Westfalen und der deutsche Osten vom 12. bis 20. Jahrhundert“ und die Arbeit von dem Danziger Theodor Penner, die 1942 in Leipzig veröffentlicht wurde, „Untersuchung über die Herkunft der Stadtbewohner im Deutsch-Ordensland Preußen bis in die Zeit um 1400“. Auch von Erich Keyser (Danzig), Edward Carstenn (Elbing) und Arthur Semrau (Thorn) seien Aufsätze über die Herkunft von Stadtbewohnern im Preußenland veröffentlicht worden. Aber so wie damals seien es auch nach 1945 nur kurze Artikel gewesen, so dass detaillierte Ergebnisse nicht vorliegen. Das hinge aber auch mit der Quellenlage zusammen, denn z.B. habe es früher keine Standesämter oder Einwohnermeldeämter gegeben.
Schuch berichtete weiter über die Fachstelle Ostdeutsches Volkstum im Westfälischen Heimatbund, die in den 1950er Jahren entstand und auch einen Arbeitskreis „Westfalen und der deutsche Osten“ gebildet habe. Es hätten neben den Quellen aber auch Mitarbeiter gefehlt, die, besonders nach dem Tod des dort engagierten Prof. Edward Carstenn, sich um die westpreußischen Belange hätten kümmern können. Interesse sei jedoch vorhanden gewesen, so habe etwa der Geschäftsführer des Westfälischen Heimatbundes, Dr. Hans Riepenhausen, in der Festschrift zum Westpreußen-Bundestreffen 1962 einen Artikel geschrieben, in dem er insbesondere auf die Siedlungsbewegungen von Westfalen Richtung Westpreußen einging. Sicher habe das Bewusstsein um diese Beziehungen auch bei der Übernahme der Patenschaft durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe über die Landsmannschaft Westpreußen im Juni 1960 eine Rolle gespielt, so Schuch.
Er verwies weiter auf Ortsnamen wie „Deutsch-Westphalen“ in Westpreußen, auf sowohl in Westpreußen wie in Westfalen auftretende Ortsnamen, auf Personennamen wie Timmermann, die auch im Münsterland verbreitet seien, oder auf Familien, die in beiden Regionen nachzuweisen sind, wie den Vater von Brigadegeneral Udo Ritgen, der aus Warburg in Westfalen stammte und in Westpreußen Güter besaß, so das Rittergut Adlig Bruch im Kreis Stuhm und das Rittergut Groß Falkenau im Kreis Rosenberg.
Weiter nannte Schuch die Rechtsgeschichte; so war das Soester Stadtrecht die Grundlage für das Lübische Recht, das wiederum vielen Städten im Ostseeraum verliehen wurde, wie etwa Elbing oder Dirschau, das allerdings später das im Ordensland übliche Kulmer Recht erhielt. Viele Kaufleute seien aus Westfalen über Lübeck in das Preußenland gezogen, ein Vorgang, der sich manchmal über mehrere Generationen hingezogen habe. Diese Bewegungen seien aufgrund von Urkunden, die manchmal auch die Herkunft der an Rechtsvorgängen beteiligten Personen nennten, nachzuvollziehen. Aber manchmal seien auch die Namen der Herkunftsorte von Personen zu deren Familiennamen geworden. Als Beispiel nannte Schuch Elbinger Bürger wie Hermann von Brilon (Sauerland) oder Johann Warendorp (Münsterland). Doch finden sich auch in anderen Städten des Preußenlandes solche Namensgebungen. Eine ganze Reihe von Beispielen nannte er. Offensichtlich, so Schuch, hätten in den preußischen Hansestädten die Bürger westfälischer Herkunft eine große Rolle gespielt. Durch Geschäftsund Heiratspolitik hätten sie Verbindungen zu weiteren preußischen Städten geknüpft, die Verbindungen zu ihren Herkunftsstädten gepflegt und so Nutzen für Handel und Politik daraus gezogen.
Das westpreußische Landesmuseum in Münster-Wolbeck habe im Sommer 1993 unter seiner Leitung eine Ausstellung zum Thema „Die Hansestädte im Preußenland und Westfalen“ gezeigt, erläuterte Schuch, bei der den wechselseitigen Verbindungen nachgegangen worden sei.
Wanderbewegungen in umgekehrter Richtung habe es dann im 19. Jahrhundert gegeben, als die Industrialisierung Menschen aus den ländlichen Gebieten Westpreußens an die Ruhr zog, wo sie besser Geld verdienen konnten. In Westfalen hätten sich bereits vor 1900 Ostpreußen- oder Westpreußen-Vereine gebildet, in denen sich Menschen aus dem Osten zusammenschlossen. Weiteren Zulauf für diese Vereine habe es auch nach dem Ersten Weltkrieg gegeben. Damals mussten viele Deutsche ihre westpreußische Heimat verlassen, die dann zu Polen gehörte. Für Westfalen seien diese Menschen, mit qualifizierter Ausbildung, ein Gewinn gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien in Westfalen viele Flüchtlinge und Vertriebene auch aus Westpreußen aufgenommen worden, die dann beim Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Landes geholfen hätten.
Auch hier nannte Schuch einige Persönlichkeiten als Beispiele. Darunter war auch Dr. Helmut Naunin aus Deutsch Eylau, der bei der Neuordnung der kommunalen Selbstverwaltung in Westfalen zum „Vater“ der Landschaftsverbände geworden sei. Ihm verdanke die Landsmannschaft Westpreußen die Patenschaftsübernahme durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Er erwähnte den Hertener Stadtdirektor Stanke, SPD-Abgeordneter in der Landschaftsversammlung, dessen Vater, ein Lehrer, 1920 seine Heimatstadt Graudenz innerhalb von 24 Stunden verlassen musste. Und er nannte die CDU-Abgeordnete in der Landschaftsversammlung aus Recklinghausen, Maria von Fischer, von Zandersdorf im Kreis Konitz (deren Sohn heute Konitzer Heimatkreisvertreter ist und gemeinsam mit seiner Schwester beim Vortrag anwesend war). Weiter nannte Schuch den Riesenburger Chemiker Ernst Kuss, der technischer Leiter der Duisburger Kupferhütte war, den Elbinger Erich Brost, der in Essen an der Gründung der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ beteiligt war oder den Elbinger Arthur Bunkowski, der später Ratsherr in Münster war. Auch Beispiele für Westfalen in Westpreußen nannte Schuch.
Etwas ausführlicher ging Schuch auch auf die Übernahme der Patenschaft und besonders den Text der Patenschaftsurkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für die Landsmannschaft Westpreußen ein. Auch in diesem Text wird Bezug genommen auf jahrhundertealte Verbindungen zwischen Westfalen und Westpreußen. Abschließend erwähnte Schuch die Glocken von St. Nikolai in Elbing, die 1929 in Bochum gegossen worden seien.
Arbeitsgruppen
Nach dem Mittagessen, das als Imbiss im Landeshaus eingenommen wurde und so Gelegenheit zu Gesprächen unter den Teilnehmern gab, tagten die drei Arbeitsgruppen.
In der Arbeitsgruppe I, der Copernicus-Vereinigung, die von deren Vorsitzendem Hans-Jürgen Kämpfert geleitet wurde, sprach Prof. Dr. Wolfgang Jacobmeyer von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster über „Polnische Geschichte in deutschen Geschichtsbüchern. Deutsche Geschichte in polnischen Geschichtsbüchern“. In erster Linie ging es dabei um Schulbücher. Diese seien hauptsächlich für die Vermittlung von Geschichte an jüngere Generationen zuständig, so der Referent. Dabei werde Geschichte jeweils als die „unsere“ angesehen und könne daher leicht, bei langer Gegnerschaft von Nachbarstaaten, einseitig ausgelegt werden. Besonders in Deutschland und in Polen seien diese unterschiedlichen Gewichtungen historischer Abläufe zu beobachten. Das beziehe sich zum einen auf die Menge der genannten Fakten, zum anderen aber auch auf Verwendung von Begriffen oder auf Wertungen. Als Beispiele sprach Jacobmeyer etwas ausführlicher über die Teilungen Polens im 18. Jahrhundert, außerdem über die Vertreibung, ein Thema, dessen unterschiedliche Behandlung und Wertung Auswirkungen bis in die Gegenwart habe. Besonders dieses Thema wurde dann auch in der anschließenden Diskussion in den meisten Beiträgen zur Sprache gebracht.
Arbeitsgruppe II wurde von Reinhard Wenzel geleitet. Dort sprach Hans-Jürgen Wolf, Bremen, über „Westpreußische Familienforschung unter besonderer Berücksichtigung von Westfalen“. Familienforschung ist ein Thema, das auch die nachgeborene Generation interessiert (die Landsmannschaft bekommt zahlreiche Anfragen von Familienforschern um Auskunft zu ihren jeweils persönlichen Themen), und so war dieser Vortrag eine wichtige Einführung für bestimmte, allgemeingültige Fragen. Wie geht man bei Familienforschung am besten vor? Wo findet man die Unterlagen, die Auskunft geben können? Gibt es Anlaufstellen in meiner näheren Umgebung? Befinden sich vielleicht Mitglieder des Vereins für ost- und westpreußische Familienforschung in meiner Nähe, die weiterhelfen können? Gibt es Veröffentlichungen, die wichtig für das eigene Vorhaben sind? Diese und viele andere Fragen ganz praktischer Art wurden in Vortrag und Diskussion angesprochen und zwischen Referent und Teilnehmern konnten Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.
Arbeitsgruppe III wurde von Heidrun Ratza-Potrykus geleitet. Das Referat hielt Dr. Dagmar Kift vom Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Dortmund, wo im letzten Jahr die Ausstellung „Aufbau West“ auch über die Eingliederung der Vertriebenen gezeigt worden ist. Sie sprach über „Aufbau West - Der Beitrag der Vertriebenen zu Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“. Zum Auftakt zeigte die Referentin eine Filmcollage aus drei britisch-amerikanischen Wochenschauen aus den Jahren 1946 und 1947, die werbewirksam über die damaligen Lebensbedingungen für Bergleute im Vergleich zum Rest der Bevölkerung im Ruhrgebiet berichteten. Unter den neuen Bergleuten hätten Flüchtlinge und Vertriebene einen Anteil von 50 Prozent gehabt. Kift erläuterte anschließend das Konzept der Ausstellung, die anhand von Einzelschicksalen und für die gesamte Bevölkerung repräsentativen Forschungsergebnissen den Beitrag der einzugliedernden Vertriebenen zu Wiederaufbau und Wirtschaftswunder aufgezeigt habe. Abschließend zeigte sie einen Film von 1953 über die Flüchtlingsstadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke von 1953.
Johannes Gronowski aus Graudenz
Nach der Tagung in den Arbeitsgruppen fand die Fortsetzung des Kongresses im Westpreußischen Landesmuseum in Münster-Wolbeck statt. Museumsleiter Dr. Lothar Hyss gab einen Einblick in die Arbeit des Museums, das eine Außenstelle im westpreußischen Krockow betreibt, gemeinsam mit dem Kreismuseum von Putzig, und so die grenzüberschreitende Kulturarbeit zwischen Deutschland und Polen pflegt.
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Bundeskulturreferent Reinhard M. W. Hanke und Dr. Martin Steinkühler am Rednerpult im Westpreußischen Landesmuseum, im Hintergrund Exponate der Sonderausstellung „Ermländische Ansichten“
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Danach sprach Museumsmitarbeiter Dr. Martin Steinkühler über „Johannes Gronowski aus Graudenz – Arbeiterführer und Politiker“. Er schilderte den Lebensweg des 1874 in Graudenz geborenen Arbeitersohnes. Eine Lehre als Maschinen- und Bauschlosser machte er in Steglitz bei Berlin. Seine politische Karriere begann 1905, als er in die Zentrumspartei eintrat. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn ins westfälische Dortmund, sein politisches Engagement trug ihm schließlich einen Sitz im Preußischen Abgeordnetenhaus ein. Ungewöhnlich für einen Arbeiterführer wie Gronowski, dem man bestimmte Ämter dann doch nicht zutraute, wurde er 1922 Oberpräsident von Westfalen, was erhebliches Aufsehen in den Medien hervorrief. Elf Jahre war er aber in dieser Position, bis er sie 1933, entlassen durch die Nationalsozialisten, räumen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an, bis 1953. Auch er trat für die kommunale Selbstverwaltung und damit für die Landschaftsverbände ein. Der westpreußische Oberpräsident von Westfalen starb am 27. August 1958 im westfälischen Paderborn.
Nach der Diskussion hatten die Kongressteilnehmer vor dem Abendbrot noch Gelegenheit, ein wenig durch die Ausstellungen des Museums zu stöbern.
Westfälische Einwanderung
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Im Westpreußischen Landesmuseum: Die Teilnehmer des Westpreußen-Kongresses hörten einen Vortrag über Johannes Gronowski aus Graudenz, der 1922 Oberpräsident der Provinz Westfalen wurde. Fotos: BK
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a der Referent des Sonntagvormittags, Prof. Dr. Tomasz Jasinski aus Posen, nicht eintraf, verlas Kongressleiter und Bundeskulturreferent Hanke einen Aufsatz Jasinskis zum Vortragsthema: „Die westfälische Einwanderung in Preußen im Spätmittelalter“. Der Aufsatz war 1999 in den Tagungsberichten der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung erschienen. Vom 13. bis 15. Jahrhundert sei in den großen preußischen Städten wie Danzig, Elbing, Thorn und Kulm - gleichzeitig Städte der Hanse - westfälische Einwanderung festzustellen. Die Mehrzahl der Westfalen in Preußen sei dabei aus den am Hellweg gelegenen Städten gekommen. Dies habe mit den Handelsbeziehungen und Handelsexpansionen dieser Städte zu tun. Die westfälische Siedlung in Preußen sei dabei ein Teil einer Siedlungsbewegung, die die Ostseeküste von Lübeck bis Reval umfasst habe.
60 Jahre Heimatvertriebene
Michael Weigand aus Mönchengladbach, dessen Großvater aus Schlochau stammt, hielt den letzten Vortrag des Kongresses, er sprach über „60 Jahre Heimatvertriebene in Nordrhein-Westfalen“, dem Bundesland, das die meisten Vertriebenen aufgenommen habe. Er beschrieb die Aufnahme der Menschen aus dem Osten, die in dem kriegszerstörten Land zunächst auf Ablehnung stießen, weil sie auch als zusätzliche Belastung empfunden wurden. Er schilderte weiter die Entwicklung der Vertriebenenverbände und der landsmannschaftlichen Gruppierungen sowie deren soziales und politisches Engagement. Dabei entstanden nach der Lockerung des Koalitionsverbotes an verschiedenen Orten zunächst kleinere Gruppen, die später z.T. zusammenarbeiteten oder in Konkurrenz zueinander traten. So existierten mehrere
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Günther Graf von Brockdorff-Voigt (Mitte) überreichte der Kulturstiftung Westpreußen eine Radierung von Hellingrath, eine Ansicht der Langen Brücke in Danzig mit Krantor und Marienkirche, die dem Westpreußischen Landesmuseum übergeben wurde. Foto: BK
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überregionale Gruppen nebeneinander. Auch die Frage nach einem eventuellen Anschluss an eine politische Partei führte in den Gruppen zu Meinungsverschiedenheiten. Weiter ging Weigand auf die Entstehung des Bundes der Vertriebenen kurz ein sowie auf die politischen Vertreter der Vertriebenen in Bundestag und Landtag.
Der wirtschaftliche Aufschwung erleichterte die Eingliederung der Flüchtlinge und führte schließlich zu Nachwuchsproblemen. Die Darstellung dieser Entwicklung verband Weigand mit einer Beschreibung der sich im Laufe der Jahre verändernden Einstellung der politischen Parteien zu den Vertriebenen und ihren politischen Vertretern. Nachträge, Ergänzungen und viele Fragen kamen im Rahmen der Diskussion zur Sprache, da viele der Anwesenden aus eigener Erfahrung etwas beitragen konnten.
Bild für das Museum
Nach der Abschlussdiskussion, in der die Kongressteilnehmer ihre positive und negative Kritik zum Kongress äußern konnten, und bevor der Bundesvorsitzende den Kongress schließen konnte, gab es noch eine Überraschung für die Kulturstiftung Westpreußen und das Westpreußische Landesmuseum: Dr. Günther Graf Brockdorff-Voigt überreichte Hans-Jürgen Kämpfert und Siegfried Sieg als Vorsitzenden von Vorstand und Rat der Kulturstiftung Westpreußen (die beide aus Danzig stammen) eine großformatige Ansicht von Krantor und Langer Brücke in Danzig mit der Marienkirche im Hintergrund, die im Landesmuseum untergebracht werden soll.
Barbara Kämpfert
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